Verabschiedung der Pfarrfamilie Ritsch

Da unsere Pfarrfamilie nach drei Jahren in Dettingen nach Heidelberg weiterzieht, wurde sie am 19. Juli im Rahmen eines gemeinsamen Gottesdienstes mit der Kirchengemeinde Bissingen-Hausen in der Dettinger Peterskirche verabschiedet. Aufgrund des geforderten Abstands wegen Corona wurde eine Übertragung des Gottesdienstes ins Gemeindehaus vorgenommen, um noch mehr als den in die Kirche passenden 100 Gemeindegliedern die Möglichkeit zum Mitfeiern zu geben. Feierliche Stimmung kam auf durch verschiedene Musikgruppen, die für jeden Geschmack etwas darboten. Anja Schumacher spielte sowohl Filmmusik als auch den klassischen Choral „Großer Gott, wir loben dich“ auf der Orgel, die Band steuerte Lobpreislieder bei, und zuletzt brillierte der Projektchor um Anja Schumacher mit fetziger Gospelmusik und einem gemeinsam mit der Band vorgetragenen tiefgehenden Segenslied. Alles in allem eine gelungene Mischung, um den Gemeindegesang, der nur mit Mundschutz erlaubt war, zu kompensieren.
In seiner letzten Predigt in der Dettinger Kirche befasste sich Pfarrer Manuel Ritsch mit der Speisung der 5000. Nach einer von Jesus verordneten Ruhepause halten die Jünger ihm das hin, was sie noch an Nahrungsmitteln haben, um es auf sein Geheiß an die hungrigen Menschen zu verteilen. Und das Wunder geschieht: Ein jeder wird satt, und es ist sogar noch jede Menge übrig. Der scheidende Pfarrer empfahl seinen zurück bleibenden Gemeinden, auch so vorzugehen und sich zunächst in der Ruhe von Jesus mit Nahrung für die Seele versorgen zu lassen. Mit neuer Kraft könne dann überlegt werden, ob etwas Altes weggelassen werden müsse, um neue Schritte zu gehen. Dabei  solle einem nicht bange sein wegen der geringen Mittel (Mitarbeiter, Finanzen, aber auch Glaube und Hoffnung), die zur Verfügung stünden. Wenn sie Gott hingehalten würden, könne dieser etwas Großes daraus entstehen lassen.
Die Vorsitzenden beider Kirchengemeinden gaben der Pfarrfamilie Dankesworte mit auf den Weg. Hannelore Staudinger aus Dettingen stellte fest, dass die unterschiedlichen Vorstellungen von Teilen der Gemeinden und des Pfarrers für diesen nicht unter einen Hut zu bringen gewesen waren. Zum Umgang beider Seiten mit dieser Enttäuschung empfahl sie die Hinwendung an Jesus, wie sie Pfarrer Ritsch während seiner dreijährigen Tätigkeit jedem ans Herz gelegt hatte. Anerkennende Worte fand sie für sein vielfältiges Engagement in der Jugendarbeit und für die Gemeindeleitung.
Andreas Nieß, der Vorsitzenden von Bissingen-Hausen stellte die Frage in den Raum, ob die Pfarrfamilie vielleicht doch eine Heimat in Dettingen oder Bissingen-Hausen gefunden hätte, wenn nicht beide Gemeinden zu versorgen gewesen wären, wie es seit einigen Jahren der Pfarrplan vorgebe. Die Herausforderungen dieser Strukturanpassung passten nicht zu der Hauptaufgabe des Pfarrers, die dieser wohl eher in der Gestaltung des geistlichen Lebens sehe. Auch Andreas Nieß dankte für die Begleitung der Kirchengemeinden auf einem Stück ihres Wegs. Beide Vorsitzenden wünschten der Pfarrfamilie Gottes Segen für den weiteren Weg.
Beim anschließenden Ständerling bestand die Möglichkeit, sich persönlich von der Pfarrfamilie zu verabschieden.
(Hannelore Staudinger)

Eine Audiodatei des Gottesdienstes finden Sie hier

Bilder: Eva Ableiter