Weltgebetstag

(allgemeines zum Weltgebetstag siehe unter "Gottesdienst")

Einen Bericht zum Weltgebetstag2017 in Dettingen und Bissingen finden Sie im Gemeindebrief Ostern 2017 auf Seite 16 und 17.

Weltgebetstag 2017 in Dettingen und Bissingen

Weltgebetstag 2016 in Dettingen und Bissingen

Prächtig geschmückter Altar in Dettingen

Kuba ist leidgeprüft, Kuba ist Revolution und Revolte, aber dennoch: Kuba ist Musik und Rhythmus, Tanz und Lebensfreude

Die Frauen aus Kuba danken Gott für alle Geschenke, die sie aus seiner Hand erhielten und weiter geben konnten. Sie bitten darum, dass auf Kuba und überall auf der Welt Geschlechtergerechtigkeit Realität wird, dass Generationen Hand in Hand unterwegs sind, dass alte Menschen genug zum Leben haben.

Der Inselstaat Kuba mit ca. 11,4 Mio.  Einwohnern besteht aus der Hauptinsel, einer südlicher gelegenen Insel und rund  1600 kleinen, meist unbewohnten Inseln. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als Weiße mit spanischen Wurzeln.  Ein Drittel sind die sogenannten „Mestizen“ mit afrikanischen und europäischen Vorfahren. Etwa 9% sind „Schwarze“.  Der größte Teil der Menschen ist römisch-katholisch, eine kleinere Gruppe protestantisch und eine Minderheit muslimisch oder jüdisch. Eine wichtige Rolle spielt „Santeria“, eine Naturreligion.

Kubas Geschichte war und ist leidvoll: Eroberung durch die Spanier (um 1500, mit den Spaniern kam auch der katholische Glaube nach Kuba), Zwangsarbeit und Ausrottung der Indigenas (angestammte Bewohner Kubas), Sklaverei im großen Stil, Unabhängigkeitskämpfe, Putsche und Diktaturen, Revolution unter Fidel Kastro, Auswanderungs- und Fluchtwellen in die USA, Handelsblockade durch die USA, Abhängigkeit von der Sowjetunion. Eine neue Epoche für Kuba und seine Wirtschaft ereignete sich 2015, als die USA, vermittelt durch Papst Franziskus, ihr Embargo gegen Kuba aufhob. Auch die Kirche erlebte Jahrzehnte der Unterdrückung und Isolation. Heute wird dort dennoch an über 20 Orten  der Weltgebetstag mit Menschen aus rund 30 unterschiedlichen Konfessionen gefeiert. Die Kubaner erwarten das Kommende ungeduldig, hoffnungsvoll, aber auch mit Sorge.   

Die Kollekte betrug in Dettingen  460,51 €. Wir unterstützen damit Projekte, die weltweit Mädchen und Frauen stärken und zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Ein Projekt auf Kuba ist zum Beispiel die Gruppe „Schneidern bei Caritas Cubana“. Dort wird älteren Frauen ermöglicht, ihre Rente durch Schneiderarbeiten aufzubessern.
(Liselene Bosch)

Gemütliches Beisammensein in Bissingen

Weltgebetstag 2015 in Dettingen

"Begreift ihr meine Liebe?"

Die Liturgie des diesjährigen Weltgebetstags am 6. März stammte von Frauen von den Bahamas.
Der Inselstaat in der Karibik, zwischen den USA, Kuba und Haiti, besteht aus 700 Inseln, von denen nur 30 bewohnt sind. Seine rund 372.000 Bewohnerinnen und Bewohner sind zu 85% Nachfahren der ehemals aus Afrika versklavten Menschen, 12% haben europäische und 3% lateinamerikanische oder asiatische Wurzeln. Ein lebendiger christlicher Alltag prägt die Bahamas. Über 90 Prozent gehören einer Kirche an (anglikanisch, baptistisch, röm.-katholisch etc.).
Traumstrände, Korallenriffe und glasklares Wasser machen die Bahamas zu einem Sehnsuchtsziel für Tauchbegeisterte und Sonnenhungrige. Typisch für den Inselstaat sind aber auch sein Karneval (Junkanoo) mit farbenprächtigen Umzügen und viel Musik, kulinarische Leckereien aus Meeresfrüchten und Fisch und vor allem seine freundlichen Menschen. Die Bahamas sind das reichste karibische Land und gehören zu den hochentwickelten Ländern weltweit. In der sozialen Entwicklung und bei der Gleichstellung von Frauen und Männern schneiden sie im internationalen Vergleich recht gut ab. Auf den Bahamas sind so z.B. sehr viel mehr Frauen in den mittleren und höheren Führungsetagen zu finden als in Deutschland.
Aber es gibt auch Schattenseiten im karibischen Paradies: Die Bahamas sind extrem abhängig vom Ausland (besonders vom Nachbarn USA) und erwirtschaften über 90% ihres Bruttoinlandsprodukts im Tourismus und in der Finanzindustrie. Der Staat ist zunehmend verschuldet; zweifelhafte Berühmtheit erlangte er als Umschlagplatz für Drogen und Standort für illegale Finanz-Transaktionen. Auch der zunehmende Rassismus gegen haitianische Flüchtlinge sowie Übergriffe gegen sexuelle Minderheiten kennzeichnen die Kehrseite der Sonneninseln. Rund 10% der Bevölkerung sind arm, es herrscht hohe Arbeitslosigkeit und gut Ausgebildete wandern ins Ausland ab. Erschreckend hoch sind die Zahlen zu häuslicher und sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder. Die Bahamas haben eine der weltweit höchsten Vergewaltigungsraten. In kaum einem anderen Land der Welt haben Teenager so früh Sex; jede vierte Mutter auf den Bahamas ist jünger als 18 Jahre.
Sonnen- und Schattenseiten ihrer Heimat – beides kam in der Liturgie zum Ausdruck. Die Frauen von den Bahamas danken darin Gott für ihre atemberaubend schönen Inseln und für die menschliche Wärme der bahamaischen Bevölkerung. Gleichzeit wissen sie darum, wie wichtig es ist, dieses liebevolle Geschenk Gottes engagiert zu bewahren.
In der Andacht von Liselene Bosch zu einem Text aus dem Johannesevangelium (13,1-17), in der Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, wurde deutlich, dass Jesus selbst mit einem Beispiel an tatkräftiger Nächstenliebe vorangeht. So wird Gottes Liebe begreifbar.
Die Kollekte des Gottesdienstes unterstützt Frauen- und Mädchenprojekte auf der ganzen Welt; darunter ist auch die Arbeit des Frauenrechtszentrums „Bahamas Crisis Center“ (BCC).
Ein gemütliches Beisammensein im karibisch geschmückten Gemeindehaus mit bahamaischen Spezialitäten und bei angeregten Gesprächen schloss sich dem Gottesdienst an.

(Hannelore Staudinger)

Weltgebetstag 2015 in Bissingen

„Begreift ihr meine Liebe?“
Der Weltgebetstag ist die älteste ökumenische Initiative. Er wird in vielen Ländern gefeiert und zwar immer am 1. Freitag im März. Er verbindet Frauen aller Konfessionen vor Ort. Alle erfahren beim Weltgebetstag, wie wichtig es ist, Kirche immer wieder neu als lebendige und solidarische Gemeinschaft zu leben.
Jedes Jahr rückt ein anderes Land der Erde in den Mittelpunkt des Weltgebetstages. Dieses Jahr kommen die Texte der Liturgie von den Bahamas, ein begehrtes Urlaubsziel und doch ein Land mit einer wechselvollen Geschichte, seit es 1492 von Christoph Kolumbus entdeckt worden ist. Die Bahamas sind ein überwiegend christliches Land. Frauen von den Bahamas haben für den Weltgebetstag 2015 die Lieder und Liturgie ausgewählt und unter das Motto:
"Begreift ihr meine Liebe?" gestellt.
Traumstrände, Korallenriffe und Lebensfreude: Der Inselstaat zwischen den USA, Kuba und Haiti ist ein wirtschaftlich erfolgreiches, touristisches Sehnsuchtsziel. Doch das vermeintliche Paradies hat mit Problemen zu kämpfen.
Dazu gehören: eine extreme Abhängigkeit vom Ausland, Arbeitslosigkeit und eine erschreckend hohe Gewalt gegen Frauen und Kinder. Frauen und Mädchen auf den Bahamas sind vor allem von Armut, zunehmender Gewalt, Teenager-Schwangerschaf-ten und Aids betroffen.
Auch in Bissingen feierten wir am 6. März um 19.30 Uhr den Weltgebetstags-Gottesdienst in der Martinskirche. Im Anschluss daran saßen wir im Gemeindehaus gemütlich zusammen und probierten karibische landestypische und auch schwäbische Köstlichkeiten.
Die Verwendung der Kollekten zum Weltgebetstag wird in jedem Land vom jeweiligen nationalen Komitee verantwortet. In Deutschland werden die Kollektengelder, die bei den Gottesdiensten am ersten Freitag im März zusammenkommen, schwerpunktmäßig für Frauen- und Mädchenprojekte weltweit eingesetzt.
(Margret Wenzlaw)

Weltgebetstag 2014

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Titelbild zum Weltgebetstag 2014 "Wasserströme in der Wüste", Souad Abdelrasoul, Ägypten

"Wasserströme in der Wüste"

Einst gründete der Evangelist Markus in Ägypten die ersten christlichen Kirchen, und die ägyptischen Frauen sind überaus stolz auf ihre lange christliche Tradition, obwohl nur zehn Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche unterschiedlichster Prägung angehören. In diesem Jahr war Ägypten nun das Gastgeberland des Weltgebetstages der Frauen Anfang März. „Wasserströme in der Wüste“ war das Thema dieses Tages. Denken wir selbst an Ägypten, sehen wir vor unserem inneren Auge die mächtigen Pyramiden, das geheimnisvolle Bildnis von Nofretete, der Pharaonenkönigin, Kamele und Palmen im endlosen Wüstensand. Die Frauen Ägyptens aber reden von Wasserströmen in der Wüste. Wir merken an dieser Formulierung, wie wichtig Wasser in diesem Land ist, das zu den am dichtesten besiedelten und auch wasserärmsten der Welt gehört. Wasser für das persönliche, tägliche Leben, Wasser für Industrie, Wasser für den Tourismus, Wasser für die Landwirtschaft. Seit Urzeiten ist es ein Strom, der völkerverbindend aus den Weiten Afrikas kommt, der das Wasser für all diese Anforderungen liefert, der Nil. Eine Selbstverständlichkeit für die Frauen, dass dieser Fluss nun für alle Wasserströme steht, ob real oder symbolisch. Das Bild der muslimischen Künstlerin Souad Abdelrasoul zum Weltgebetstag zeigt dies eindrücklich.

Während der Liturgie begleiteten wir die Frauen Ägyptens durch ihr tägliches Leben. Wir hörten von den einfachen Frauen auf dem Lande, von Frauen in der Stadt, von Alten und von Jungen. Wir waren bei ihrer beschwerlichen Arbeit auf ihren Höfen dabei und beim Aufstand auf dem Tahrir-Platz in Kairo, als Christen und Muslime gemeinsam für Freiheit und soziale Gerechtigkeit protestierten. Diese Frauen wollen handeln. Sie wissen von der Arbeitslosigkeit, sie wissen von den Problemen im Bildungs- und Gesundheitswesen, und sie wissen von der klaffenden Schere zwischen Arm und Reich. Ihr Handeln ist gefragt, und dafür wollen sie eintreten.

Schon bei der anrührenden Geschichte vom kleinen Mose im Binsenkörbchen (2. Mose 2) waren es Frauen, die handelten. Zum ersten die Mutter, die voll Gottvertrauen ihr Kind am Ufer dieses mächtigen Flusses abstellte und auf göttliche Hilfe hoffte, dann die Pharaonenprinzessin, die den Willen ihres Vaters ignorierte und Menschlichkeit bewies, die Schwester, die mutig ihre Mutter als Amme vermittelte. Durch das Handeln dieser Frauen konnte Mose später großes vollbringen.

Das gilt auch für die Samaritanerin, die Frau am Jakobsbrunnen (Johannes 4, 4-30). Sie trifft auf einen Fremden, der wartend am Brunnen sitzt. Er wartet auf sie, und er bittet um Wasser, er hat Durst. Erstaunt, dass ein Jude ausgerechnet eine Frau aus Samaria bittet, verwickelt sie ihn in ein Gespräch und stellt mit Erstaunen fest – er weiß alles über sie und ihren Lebenswandel. Blitzartig wird ihr klar, wer der Fremde ist, und dankbar nimmt sie sein Geschenk an. Es ist das Geschenk des lebendigen Wassers, des Wassers des ewigen Lebens, des Wassers für die Wüstenzeiten des Lebens.

Auch wir wünschen unseren ägyptischen Schwestern Ströme des lebendigen Wassers für die Herausforderungen der kommenden Zeit.

Schön war er wieder, unser Gottesdienst, gestaltet von den Frauen der Gemeinde. Gerne saßen wir im Anschluss daran im Gemeindehaus zusammen und probierten die orientalischen Köstlichkeiten aus Dettinger Küchen. Ein großes Danke allen, die mitgeholfen und mitgestaltet haben.

(Walburga Kümmerle)

Das Rezept zum Weltgebetstag

Süßer Reis „Nofretete“

Reisbrei kochen aus 1 l Milch, 200g Milchreis, 1 Prise Salz. Vorsicht, brennt leicht an! Nach dem ausquellen 100g Zucker und etwas geriebene Zitronenschale dazugeben und auskühlen lassen. 250g Quark unterrühren, eine große Dose Pfirsiche in kleine Würfel schneiden und unter den Reis mischen. Zum Schluss 200g Sahne steif schlagen und unterheben. Gut schmeckt dazu eine Fruchtsoße aus pürierten Früchten, Himbeeren oder Erdbeeren. Man kann dazu den Saft der Pfirsiche mitverwenden.

 

Weltgebetstag 2013

Weltgebetstagsmotiv, Anne-Lise Hammann Jeannot, WGT e. V.

„Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“

Der Weltgebetstag der Frauen - immer ein besonderer Tag im Kalender und viele sehen ihm mit großer Erwartung entgegen. Was ist wohl das Thema dieses Tages, wie wird es gestaltet und umgesetzt?
Frankreich, unser westliches Nachbarland, war in diesem Jahr Gastgeber. Viele von uns waren schon da und haben dort Verbindungen geknüpft und Freunde gefunden. Sicherlich ist es in unserer Gemeinde die Partnerschaft mit Cebazat, der Stadt in der Auvergne, die nun schon seit mehr als 20 Jahren lebendig ist und Grenzen fallen ließ. Dazu gingen viele Schüleraustausche nach Frankreich, und auch in „La Planee“, dem Freizeitgelände  des Evangelischen Jugendwerkes Heidenheim in den Westvogesen, verbrachten Jugendliche erlebnisreiche Tage. Freundschaften, Erinnerungen, Gedankenaustausch bleiben. Wir konnten das Land mit seinen vielfältigen Landschaften, die von den Hochalpen am Mont Blanc bis an den Atlantik reichen, seine Kunst und Kultur, die florierende Wirtschaft und Landwirtschaft, seinen Kinderreichtum mit guter Kinderbetreuung erleben und kennenlernen. Grenzen sind gefallen. Die Zeiten, in denen unsere Väter und Großväter gegeneinander gekämpft haben, sind vorbei. Wir können gemeinsam an einem Tisch sitzen und wir sind nicht mehr fremd und wir wissen nun, Frankreich ist nicht nur Rotwein, Baguette, Mode und Eiffelturm, sondern sehr viel mehr.

Fremdsein und Integration war das Thema dieses Abends und richtete sich aus an den Worten Jesu aus Matthäus 25 „Ich war fremd – und ihr habt mich aufgenommen“.
Frauen aus den verschiedensten Regionen und Kulturkreisen Frankreichs erzählten ihre Lebensgeschichte und damit näherten wir uns dem Schicksal von Migrantinnen, die fern ihrer Heimat leben müssen und nach Integration und einem würdigen Leben suchen. Wir selbst erinnerten uns daran, dass wir alle irgendwann einmal Fremde waren.

Die Frage nun: Was können wir tun, damit auch Fremde in unserer Umgebung sagen können: „Ihr habt mich aufgenommen“ ?
Die Texte der Liturgie und wundervolle Lieder gaben die Antwort.

Wieder einmal durften wir einen schönen und ganz besonderen Gottesdienst in unserer Kirche feiern. Heiter und gelöst durch viel Musik und das gemeinsame Kosten französischer Spezialitäten, gekocht und gebacken von Dettinger Frauen, im liebevoll geschmückten Gemeinderaum.
Einen herzlichen Dank an alle, die auf ihre eigene und besondere Weise zum Gelingen beigetragen haben.
Merci beaucoup!
(Walburga Kümmerle)

Rezept zum Weltgebetstag

Elsässer Flammkuchen

Hefeteig aus: 300g Mehl, 20g Hefe, 2 Esslöffel Öl, 1/8 l lauwarme Milch, 1 Ei, 1 Teel. Salz
Belag:1 1/2 Becher Schmand, 150g Schinkenspeck in Würfeln, etwas Kümmel nach Geschmack, 2 vorgedämpfte Zwiebeln in ½ Ringen. Teig sehr, sehr dünn auswellen. Reicht für ein viereckiges Blech.
Bei 225 Grad Celsius backen.