Bibeltage 2016

Einen Bericht zu den Bibeltagen 2016 finden Sie im Gemeindebrief Winter 2016 auf Seite 10

Bibeltage 2015


„Klagen können
das ist, wie wenn man in einem stickigen Raum das Fenster öffnet und frische Luft hereinlässt“.

So beschrieb es uns Johannes Kuhn, unser Landesreferent für Jugendarbeit und Gemeindeentwick-lung, in seiner Auslegung zu Ps.13 am 17.11. Am Vortag wurden wir zur Dankbarkeit in allen Dingen aufgefordert nach Ps.100.
Über das Bitten als ursprünglichste Gebetsform, das auch das Gebet um Vergebung einschließt, sprach am Buß- und Bettag Pfr. Steffen Kern, der 1. Vorsitzende unseres Gemeinschaftsverbandes.

Es war sehr eindrücklich, dass uns nach der Auslegung des „Bußpsalms“ Ps.51 Pfr. Ralf Sedlak aus Dettingen zum Abendmahl einlud.

Die gut besuchten und gesegneten Bibeltage schloss dann am Donnerstag Pfr. Kern mit dem Aufruf zum „Loben“ anhand Ps.103 ab.

Neben dem Dienst an der Orgel übernahmen die musikalische Gestaltung der Abende der Posaunenchor Dettingen/Heuchlingen, der Gemeinschaftschor und eine Musikgruppe.
Mit guten Gesprächen bei Punsch, Glühwein, Säften und Backwerk klangen die Abende aus. Sie brachten uns das Gesamtthema nahe:
Beten verändert die Welt
(Wolfgang Veil)

Bibeltage 2014

„Verstehst du auch, was du liest?“

Diese Frage des Philippus an den Kämmerer aus dem Morgenland aus Apostelgeschichte 8, 26-40 war übergeordnetes Thema der diesjährigen Bibeltage. Mehrere Referenten beleuchteten diese Frage unter verschiedenen Gesichtspunkten.

„Jesus (richtig oder falsch) verstehen“
Dazu Prof. Jürgen Kampmann:
Die christlichen Glaubensbekenntnisse bezeugten Jesus als den Sohn Gottes, d.h. in seiner Person begegne Gott den Menschen. Um diesen neuen Bund Gottes mit den Menschen zu verstehen, müsse das Neue Testament mit seinen 27 Büchern als Einheit gesehen werden. Beim Betrachten der einzelnen Zeugnisse müsse immer der Zusammenhang beachtet werden. Jesus selbst rede meist in Gleichnissen aus der Alltagswelt seiner Zuhörer und gebe z.B. zum Gleichnis vom Sämann auch eine Erklärung dazu (Markus 4, 13-20). Das Gleichnis vom Scherflein der Witwe (Markus 12, 41-44) bekomme beim Betrachten der Randgeschichten über die Tempelreinigung und über die Ankündigung der Zerstörung des Tempels eine ganz neue Bedeutung. Gute Werke allein machten nicht selig, entscheidend sei Jesu Hingabe. Daraus könne Dankbarkeit entstehen.

„Vielfalt ohne Beliebigkeit: Auslegungen des Buches Ruth“
Prälatin Gabriele Wulz:
Das Buch Ruth sei eine Geschichte gegen die Norm, die die Moabiterin Ruth anstoße. Ihre Solidarität zu ihrer Schwiegermutter bewirke, dass auch Boas bereit sei, mehr zu leisten, als nach gängiger Norm nötig wäre. Er gebe Ruth und damit ihrer Schwiegermutter durch seine Heirat mit ihr Sicherheit und Zukunft.
Diese Geschichte aktualisiere die Thora und weise bereits auf Jesus hin, da Ruth die Urgroßmutter von König David sei. Über allem stehe die Treue Gottes.

„Sola Scriptura. Gottes Bund mit Abraham“
Schuldekan Johannes Geiger:
Die Geschichte von Abraham wolle uns mehr sagen, als dass dieser ein Vorbild in Glaube und Gehorsam gewesen sei. Gottes Bund (lat. „Testament“) mit ihm weise durch seine Ausdehnung auf immer mehr Menschen (Isaak, Jakob, 12 Stämme) bereits auf den Neuen Bund in Jesus hin. Eine Rückbesinnung auf diesen Bund habe während der Reformation stattgefunden, bei der Luther durch seine Bibelübersetzung den Zugang zur Schrift für alle ermöglicht habe. Nicht durch gute Werke und Fürbitte der Heiligen, sondern allein durch Glauben und aus reiner Gnade erwachse Heil. Aufbrüche wie bei Abraham gebe es immer wieder, und Gott verspreche seinen Segen dazu.

„Verstehst du auch, was du liest?“
Pfarrer Ralf Sedlak verstand es beim Gottesdienst am Buß- und Bettag zum Abschluss der Bibeltage, die Zuhörer bei seiner Predigt Satz für Satz in die Geschichte der Begegnung des Philippus mit dem Kämmerer aus dem Morgenland mit hineinzunehmen. Er empfahl den Zuhörern, das Verhalten des Apostels bei Gesprächen mit suchenden und fragenden Menschen zu übernehmen. Es sei wichtig, bei der Verkündigung auch auf Fragen des Gegenübers einzugehen. Daraus erwachse Vertrauen und Verstehen, was oft nicht folgenlos bleibe und zur Umkehr und Nachfolge führen könne. Der Gemeinde gab er den Rat, Menschen nicht krampfhaft festhalten zu wollen, sondern diese im Vertrauen auf den Heiligen Geist „fröhlich ziehen“ zu lassen.

(Hannelore Staudinger)

 

 

Bibeltage vom 17. - 20.11.2013 in Dettingen

 Christliche Gemeinde wächst……
….lautete das Thema der diesjährigen Bibeltage

An vier Abenden befassten sich die 3 Referenten mit diesem Thema und meinten dabei nicht nur ein zahlenmäßiges Wachstum, sondern auch ein Wachstum im Glauben jedes einzelnen.

1. Christl. Gemeinde wächst durch Gebet (Apg. 4, 23-31)
Studienbegleiter Sebastian Schmauder vom Albrecht-Bengel-Haus Tübingen hat uns durch die ersten beiden Abende geführt. In Bedrängnissen suchten die Apostel „die Ihren“ auf. Das waren Menschen, die sich zum gemeinsamen Gebet versammelten. Ihr Gebet begann nicht mit ihrer schweren Lage, in der sich alle befanden, sondern sie lobten den Schöpfer, den großen Gott und Va-ter. Im weiteren Teil ihres Betens erinnerten sie Gott an seine Zusagen. So dürfen wir es auch handhaben Gott gegenüber und nicht locker lassen So freut sich der lebendige Gott, wenn wir ihn und seine Verheißungen ernst nehmen.

2. Christl. Gemeinde wächst durch Bereitschaft zur Diakonie (Apg. 6,1-7)
Die Apostel begegnen dem „Murren“ in der Gemeinde über Ungerechtigkeiten beim Versorgen der Witwen mit dem Einsetzen der Diakone. Dadurch schaffen sie die Voraussetzung für weiteres Wachstum, das bei anhaltenden Unstimmigkeiten blockiert wäre. Das Vorbild aller Diakonie haben wir letztlich in der Person unseres Herrn Jesus Christus. Er verließ um der Menschen Willen den Himmel mit aller Pracht und Schönheit, um uns den entscheidenden Dienst zu tun (Philemon 2, 1–11).

3. Christl. Gemeinde wächst durch Geistesgaben (1. Petrus 4,10)
Der Referent Pfr. Christian Lehmann aus Walheim war auf seinem Weg nach Dettingen in einen Stau geraten und konnte deshalb nicht persönlich anwesend sein. Dennoch war die Durchführung dieses Abends übers Handy möglich, weil einige Glieder mit der Gabe dienten, die sie empfangen hatten, zum Wohle aller.
Geistesgaben sind Gnadengaben. Gott teilt aus und liebt die Vielfalt. Keiner hat alle Gaben und niemand geht leer aus. Diese Gaben sollten entdeckt und geweckt werden.

4. Christl. Gemeinde wächst durch Umkehr und Nachfolge
 - indem sich Menschen bekehren und als neues Glied in den Leib Christi aufgenommen werden.
 - indem sich ihre Glieder jedes für sich immer wieder durch den Ruf Jesu Christi zur Umkehr und Nachfolge rufen lassen.
 - indem sie sich immer wieder neu ausrichtet auf den Herrn hin, damit sie reift und nicht verkümmert.
 - indem sie sich auf ihr Haupt hin ausrichtet, und dabei nicht vergisst, dass sie auf dem Weg ist.
Pfarrer Ralf Sedlak gestaltete mit seinen Ausführungen den Buß- und Bettagsgottesdienst mit Abendmahlsfeier.
(Reinhold Hecke)

Bibelwoche 2012

Bericht über die Bibelwoche vom 4.-7.11.2012 mit Theo Schneider, seit 1991 Generalsekretär des Gnaudauer Verbandes, dem Dachverband der landeskirchlichen Gemeinschaften in Deutschland, sowie 1. Vorsitzender der Gnadauer Brasilienmission

Die Bibeltage waren im gewissen Sinn eine „Tiefen-Bohrung“. An den vier Abenden ging es intensiv um das letzte Kapitel des Hebräerbriefes. Dieser Brief, dessen Verfasser nicht genannt wird, hat eine klare Zielrichtung: Er will Christen, die müde geworden sind, die dabei sind, den Glauben an den Nagel zu hängen, ermutigen, stärken. Dies geschieht nicht durch Tricks oder Appelle, sondern Jesus Christus wird vorgestellt und an sein Wirken erinnert. Denn es ist ein Geheimnis: Wer sich mit Jesus Christus beschäftigt, bekommt neuen Mut. Die Welt sieht dann wieder anders aus. In dem letzten Kapitel es Briefes wird es aber auch ganz praktisch. Es geht um den Zusammenhalt der Christen, um unseren Umgang mit Geld und Gut, um das Miteinander in den Ehen und Familien – und um die Hoffnung, die Christen haben. In diesem Kapitel steht auch die Jahreslosung des neuen Jahres 2013: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebr. 13,14).

Im ersten Augenblick konnte man sich denken: Was haben uns diese alten , geprägten Sätze zu sagen? Ist das nicht alles sehr weit weg? Doch wenn man hört, sieht, nachdenkt, merkt man, wie aktuell die Aussagen sind. Sie sind nicht von gestern, sondern für morgen und gelten heute. So wie Jesus selbst: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ (Hebr. 13,8). Dieser Satz ist inhaltliche Mitte dieses Kapitels. Er war auch ein besonderer Edelstein bei der „Tiefen-Bohrung“.

(Reinhold Hecke)