Offener Männerabend

für alle interessierten Männer

von Oktober bis Mai einmal monatlich, freitags um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Dettingen

Ansprechpartner: Kurt Mast (Tel. 07324/8145), Hans Eugen Häcker (Tel. 07324/983280)

Programm 2016/17

14. Oktober 2016    Geistliches Thema    Pfr. Sedlak   
       
11. November 2016    Bunt sind schon die Wälder - de Herbst als Jahreszeit und Lebenszeit, Pfr. Hägele, Gerstetten

09. Dezember 2016    Adventsfeier, Pfr. Wachter, Heuchlingen   

18. Januar 2017    (Mittwoch!) Armer Konrad! - Hintergründe einer frühen sozialrevolutionären Bewegung, Pfarrer Röser, Dettingen

17. Februar 2017    Nikolauspflege – "den Menschen sehen", Frau M. Hornung, Dettingen   

17. März 2017   "Wie Württemberg evangelisch wurde", Pfr. Leibold, Schnaitheim

28. April 2017   "Keiner soll verloren gehen", Pfarrer Dannenmann nund seine Initiative nach dem Zweiten Weltkrieg, Pfr. Harter

7. Juni 2017    Besichtigung des Atomkraftwerkes Gundremmingen, 9.00 Uhr

Vortrag "Albuch für Anfänger und Fortgeschrittene"

Dettingen am Albuch: Keineswegs siedlungsfeindlich.


Pfarrer i.R. Walter Starzmann, Heimatforscher und Alb-Guide aus Leidenschaft, entrollte am Freitag im Gemeindehaus die Kopie einer 1800 Jahre alten römischen Straßenkarte und ließ die Männerrunde, die sich im Zeichen der Kirche  regelmäßig zu Gesprächsabenden trifft, raten, wo sich die Römer den Standort Dettingen am Albuch vorgestellt haben könnten. Dettingen gab es damals noch nicht, wohl aber einen römischen Veteranen, der nach dem Militärdienst seinen Helm abgegeben hatte und  seine letzten Jahre im Gewann „Zu Rohr“  verbracht haben könnte. Der „Albuch für Anfänger und Fortgeschrittene“ hatte Kurt Mast als Thema für diesen Männerabend vorgegeben und Starzmann  breitete gerne sein geschichtliches Wissen über jenes Waldgebiet aus, das unsere Vorfahren eher mieden. Der Albuch, so der Theologe, sei ein „siedlungsfeindliches Gebiet“ gewesen. Besiedelt habe man ihn nur dann, „wenn es nicht anders ging“. Die vielen verlassenen Höfe, die sog.  Wüstungen, sprächen dafür. Die Pestzeit von 1350 könnte einer der Anlässe für die Umsiedelungen gewesen sein. Dettingen selbst aber war angesichts seiner fruchtbaren Böden und seiner frühen Gründung keineswegs siedlungsfeindlich. Südöstlich der Klifflinie gedieh das Getreide. Ein Starzmann’sches Steckenpferd ist der Zigeunerweg zwischen Gannenweiler und Bartholomä , der einst zwei Herrschaften trennte und für das wandernde Volk deshalb wichtig war, weil man bei Gefahr mit ein paar Schritten im rettenden „Ausland“ war. Anrührend war die Geschichte einer ledigen Kindsmutter, die wie Starzmann berichtete,  einst mit Schimpf und Schande aus dem Dorf gejagt wurde und die auf solche Wege angewiesen war. 1150 wurde im Erdreich von Erpfenhausen eine über 900 Jahre alte Christusfigur gefunden. Starzmann gab eine Nachbildung dieser Figur in Umlauf. Vermutlich habe den kleinen Heiland von Erpfenhausen ein Vorfahr in seiner Hosentasche mit sich getragen. Dem Sinnbild alter Volksfrömmigkeit zu Ehren ließ Kurt Mast die Männer  unter Klavierbegleitung  einen Choral anstimmen.

(Ulrich Bischoff)