Glaubenskurs "Stufen des Lebens"

 

"Reli-Unterricht" für Erwachsene

einmal jährlich im Januar und Februar 4 jeweils abgeschlossene Kurseinheiten, montags um 20.00 Uhr im Gemeindehaus Dettingen

Ansprechpartnerinnen: Ruth Reinhardt (Tel. 07324/981612), Traudel Wörner (Tel. 07324/8541)

 

Wir alle sind in unserem Leben unterwegs und suchen ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt.

Jeder Mensch geht Stufe um Stufe seinen Weg.
Dabei brechen Fragen nach Lebenssinn und Lebensperspektive auf.

In den Glaubenskursen „Stufen des Lebens“ spüren wir seelsorgerlich behutsam diesen Überlegungen nach. Wir wollen miteinander entdecken, wie biblische Aussagen heute in unser Leben hineinsprechen.
Die Bodenbilder helfen, über eigene Lebensthemen nachzudenken und spiegeln innere Prozesse.
Im Dialog kommen wir zu neuen Erfahrungen, wie der Glaube mitten im Alltag Wegweisung geben kann.

„Stufen des Lebens“ ist vergleichbar mit einem Religionsunterricht für Erwachsene. Er ermutigt, auf der Grundlage biblischer Texte Glauben und Leben neu in Beziehung zu bringen. Es werden keine Bibelkenntnisse vorausgesetzt.

Ein Kurs umfasst vier in sich abgeschlossene Einheiten von je zwei Stunden wöchentlich.
Jede/r ist eingeladen, sich auf eine Begegnung mit sich selbst und der Bibel einzulassen.

 

In unserer Gemeinde wird der Glaubenskurs seit 2003 einmal jährlich im Januar/Februar/März angeboten.

Archiv

Glaubenskurs "Stufen des Lebens" Januar/Februar 2016

Anstößig leben?!

Anstößig sein, angestoßen werden hat Auswirkungen: Veränderung geschieht.
Um dieses Thema ging es beim 13. Glaubenskurs „Stufen des Lebens“.
Im Leben der Menschen rund um die Weihnachtsgeschichte gab es durch die „anstößige“ Schwangerschaft von Maria mancherlei Anstöße und Impulse durch den Heiligen Geist: überwiegend Impulse, die zum Lob Gottes im Lobgesang der Maria des Zacharias und des alten Simeon führten.
Am Beispiel des Lebens der Maria wird aber auch deutlich, dass der Alltag manchen Impuls im Laufe der Zeit in den Hintergrund treten lässt und die Erinnerung an wertvolle Begegnungen verblassen lässt. Bestimmt hat Maria in den ersten 12 Lebensjahren von Jesus manchmal an seiner Bestimmung gezweifelt, bis dann durch sein Auftreten im Tempel neue „Anstöße“ von ihm ausgingen. Maria muss im Laufe der Geschichte noch öfters über die „anstößigen“ Reaktionen von Jesus nachdenken: sein Reden bei der Hochzeit von Kana und bei der Frage nach seiner Familie stößt sie vor den Kopf.
Viele Menschen trauen sich heutzutage nicht, „anstößig“ zu leben und versuchen, die an sie gestellten Erwartungen zu erfüllen. Oft ist dies mit Aufopferung verbunden. Man spielt eine Rolle: Was ich nicht bin, muss ich darstellen. Auch verfällt mancher in eine Opferhaltung und erkennt nicht, dass Gott dieses Opfer längst erbracht hat und so eine Liebesbeziehung zu ihm ermöglicht.
Die Geschichte von der Tempelreinigung verdeutlicht, dass Gott auch in unseren Herzen aufräumen will und falschen Einschätzungen entgegentreten will. Gottes Liebe soll uneingeschränkten Platz in uns finden.
Die Geschichte von Paulus und Silas im Gefängnis erklärt, was passiert, wenn trotz Gefangenschaft und entmutigender Situationen durch das Wirken den Heiligen Geistes zum Lob Gottes angestimmt wird: Mauern stürzen ein, Veränderung kann geschehen. Der Blick geht weg von der Not, hin zum Helfer aus der Not. Gott sieht unsere Not, Jesus löst uns die Fesseln, der Heilige Geist dringt durch zur Befreiung.
(Hannelore Staudinger)

Glaubenskurs "Stufen des Lebens" Januar/Februar 2015

Der Segen bleibt - Jakob zwischen Kämpfen und Geschehenlassen  

An der Lebensgeschichte des Jakob (1. Mose 25-35) wollte dieser Kurs uns den Segen nahebringen. Er wollte den Blick auf den Segen des Segens richten, er wollte unser Bewusstsein schärfen dafür, dass wir Gesegnete sind und es bleiben. Der Segen geht uns nicht verloren; er ist ein dauerhaftes Gut.

Im ersten Teil des Kurses wurde jeder aufgefordert, für sich seine momentane Lage einzuschätzen – bin ich erschöpft vom Kämpfen oder träge im Geschehenlassen? Fühle ich mich gesegnet?
Wie gut, dass es nicht Kämpfen oder Geschehenlassen heißt, sondern und. Beides hat seinen Platz. Das Gegenteil von kämpfen bedeutet nicht die Flügel hängen lassen, resignieren und passiv sein. Geschehenlassen hat durchaus etwas Aktives: loslassen, überlassen. Wir müssen nicht selber unseres Glückes Schmied sein, sondern dürfen auf Gottes Zusagen, seine Verheißungen, seinen Segen bauen.

In der zweiten Einheit ging es um Jakobs Traum von der Begegnung mit Gott an der Himmelsleiter und seiner Zusage an ihn.
Auch uns will Gott ganz unten begegnen, auch uns gilt seine Zusage: „Ich bin mit dir und will dich behüten. ... Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“
In den 20 Jahren in der Fremde musste Jakob wohl die Folgen seines Betrugs tragen und wurde selber betrogen. Aber Gottes Segen bleibt: er bekam viele Kinder und große Herden. 

Der dritte Abend handelte von Jakobs Kampf mit einem zunächst Unbekannten am Fluss Jabbok. Nachdem er in diesem Gott erkannt hatte, ertrotzte er sich seinen erneuten Segen: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“ Jakob erhoffte sich vom Segen Kraft für seine Begegnung mit Esau, der er mit Angst entgegensah. Bei dieser Begegnung konnte dann Versöhnung stattfinden.

Die 4. Einheit behandelte Jakobs schwere Jahre der Trauer um Rahel und Josef: Segen ist zunächst nicht sichtbar, aber er lässt Jakob überleben in allem Schweren. Als Jakob erfährt, dass Josef lebt und ihn nach Ägypten holen lässt, wird sein Geist wieder lebendig. Deutlich hört er wieder Gottes Stimme und spürt:
Der Segen bleibt.

Als er den Segen wieder spürt, segnet er auch den Pharao, seine Enkel Ephraim und Manasse und seine Söhne. Der Gesegnete wird zum Segnenden.
Der Segen bleibt und geht weiter.

Zum 13. Mal hatten die Kursleiterinnen Brigitte Ableiter, Ruth Reinhardt und Traudel Wörner sich sehr viel Mühe gemacht, eine biblische Geschichte durch lebendige Bodenbilder eindrücklich darzustellen. Auch die Kursteilnehmer wurden in Veränderungen einbezogen, so dass nie Langeweile aufkam und ständig etwas in Bewegung war.
(Hannelore Staudinger)


   

Glaubenskurs "Stufen des Lebens" Januar/Februar 2014

Erzähl mir deine Geschichte…

Diese Aufforderung ermuntert jeden von uns, sich mit seiner Lebensgeschichte auseinanderzusetzen. Und das taten wir dann auch beim diesjährigen, 12. „Reli“ an 4 Abenden anhand der Geschichte von Mose aus 2. Mose 1-15 (von seiner Geburt bis zum Durchzug durchs Schilfmeer). Vieles, was Mose erlebt hat, spiegelt sich auch in unserem Leben wider:
-    Wer kennt nicht das Unterdrücktwerden durch einen Stärkeren?
-    Wer kennt nicht die Wellen, die einem über dem Kopf zusammenzuschlagen drohen und den Boden unter den Füßen wegnehmen?
-    Wer kennt nicht die weiten Strecken der Wüste, wo wir Hunger und Durst nach Leben haben?

Der Kurs wollte uns Mut machen, uns in allen Lebenssituationen auf Gottes Wirken einzulassen, wie Mose es getan hat.

Am ersten Abend ging es darum, welche oft schon vergessenen „Schichten“ sich in unsere Lebensgeschichte ein“geschichtet“ haben. Verdeutlicht wurde dies mit Hilfe eines Korbes, in dem sich viele Lagen Stoff mit den unterschiedlichsten Mustern befanden. Die Kursleiterinnen haben uns ermutigt, die Schichten unseres Lebens bewusst anzuschauen, zu akzeptieren, uns über Gelungenes zu freuen und Negatives vor Gott zu bringen. Das Bild des Korbes bildete die ideale Überleitung zur Geschichte des Mose, der in einem Körbchen auf dem Nil ausgesetzt worden war. Auch in seinem „Lebenskorb“ waren viele Schichten zu entdecken.

Im Mittelpunkt der 2. Einheit stand der letzte Teil von Moses Lebensabschnitt in der Wüste in Midian, wohin er nach dem Mord an einem ägyptischen Aufseher geflohen war. Nach 40 Jahren, in denen die Vorkommnisse seines ersten Lebensabschnitts in Ägypten in den Hintergrund getreten sind, offenbart sich Gott ihm im brennenden Dornbusch, den das Feuer nicht verzehrt. Mose bekommt den Auftrag, sein geschundenes Volk aus der Sklaverei zu führen. Zuerst muss er sich aber mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen und seine Zweifel und Ängste vor Gott bringen. Durch seinen Zuspruch bekommt er Mut. Diese Zusage, die auch für uns heute gilt, hat ein Lied ausgedrückt, das uns durch alle Einheiten begleitet hat:
„Ich bin, der ich bin, ich war, der ich war. Ich geh mit dir mit, ich bin für euch da….“

Die 3. Einheit beschreibt Moses Weg zurück zu seinem Volk und zum Pharao. Seine anfänglichen Niederlagen und die darauffolgenden Beschuldigungen des Volkes lassen wieder Gedanken des Unvermögens in ihm hochkommen, bis er sich an Gott wendet und seine ganze Verzweiflung bei ihm ablädt. Neue Zuversicht bekommt er, indem er sich an Gottes Zusagen erinnert. Der eindrücklichste Moment des Abends für uns Kursteilnehmer war bestimmt, als wir in Sklavengewändern unter dem immer schneller werdenden Takt der Peitsche Ziegel weiterreichen mussten.

Thema des letzten Abends war der Aufbruch aus Ägypten und der Durchzug durchs Schilfmeer mit all seinen unvorhersehbaren Hindernissen. Übertragen auf unser Leben kamen wir zum Schluss, dass oftmals der Leidensdruck zunehmen muss, bis wir Dinge abbrechen können, die uns nicht gut tun, und wir in die Freiheit aufbrechen. Aber kaum dass die ersten Schritte in Freiheit getan sind, nahen sich die übermächtigen Unterdrücker von hinten, bei Mose die Ägypter, bei uns vielleicht Zweifel, Angst, Schuldgefühle. Dann sollten wir uns wieder an Gottes Zusagen, seine Verheißungen und den schon erlebten Beistand erinnern. „Da erhob sich der Engel Gottes….“

Es tut jedes Jahr aus Neue gut, beim Glaubenskurs festzustellen, wie die alten Geschichten aus der Bibel in vielen Facetten ganz aktuell in unser Leben hineinsprechen und Lebenshilfe bieten können. Vielen Dank den langjährigen Kursleiterinnen Brigitte Ableiter, Ruth Reinhardt und Traudel Wörner für die viele Mühe, die sie sich mit den ansprechenden Bodenbildern machen. Da kommt keine Langeweile auf!

(Hannelore Staudinger)

Glaubenskurs "Stufen des Lebens" Februar/März 2013

Vaterunser –
ein beinahe alltägliches Gespräch

 

„Herr, lehre uns beten!“

Diese Bitte der Jünger in Lukas 11,1 beantwortet Jesus mit dem Vaterunser (Lukas 11,2-4 und Matth.6,9-13), dem wohl meistgesprochenen Gebet der Christen.
Haben Sie sich auch schon dabei ertappt, wie Sie dieses Gebet automatisch aufgesagt haben, ohne sich dabei Gedanken zu machen, was jede der 7 Bitten beinhaltet? Eine Teilnehmerin des 11. Glaubenskurses „Stufen des Lebens“ (bei uns kurz „Reli“ genannt) hat diese Frage treffend beantwortet: „Beim Mitbeten fehlt doch einfach die Zeit, sich Gedanken zu machen, was da alles drinsteckt.“
Und es steckt so viel drin, dass es unzählige Bücher gefüllt hat mit immer wieder anderen Gedanken zu jeder einzelnen Bitte. So haben wir uns an 4 Abenden gemeinsam mit den Kursleiterinnen Brigitte Ableiter, Ruth Reinhardt und Traudel Wörner intensiv damit beschäftigt.

Vater unser im Himmel
Warum dürfen wir Gott mit „Vater“ anreden? Als Jesus im Jordan von Johannes getauft wurde, tat sich der Himmel auf und Gott sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn…“. Später verkündet dann Jesus, dass alle, die zu ihm gehören, seine Schwestern und Brüder sind – wir alle sind also Gottes geliebte Kinder! Am ersten und letzten Abend wurde uns immer wieder diese Gotteskindschaft zugesprochen, die wir seit unserer Taufe haben, deren Wert uns aber immer wieder verloren geht in unseren Alltagssorgen und neu entdeckt werden muss. Das Gleichnis vom verlorenen Groschen aus Lukas 15, 8-10 lag diesen Gedanken zugrunde.
Geheiligt werde dein Name
Wie oft gehen wir gedankenlos mit Gottes heiligem Namen um! Wenn Gottes Name nicht rein bleibt, sind auch wir als seine Kinder davon betroffen. Deshalb wollen wir Gott bitten, alles wegzunehmen, was uns durch unsere Lebensgeschichte den Blick auf Gott genommen hat, seinen Namen verdeckt hat.
Dein Reich komme
Vater, komme in unser Leben mit deinem Reichtum! Lass uns nicht festhalten an dem Gedanken „Ich habe nichts“, sondern beschenke du uns, lass uns deinen Reichtum zufallen, mitten in unsere Lebenswerte! Wie ein Senfkorn, das dann zu etwas Großem heranwachsen kann.
Dein Wille geschehe,…
Wie oft denken wir bei dieser Bitte nur an denjenigen Willen Gottes, der für uns schwer zu verstehen ist! Aber Gott will uns auch schützen, leiten, segnen, er will, dass wir leben, uns freuen und vor allem ihm vertrauen, dass er es gut mit uns meint.
Unser tägliches Brot….
Oft sind wir gefangen in unseren Sorgen um das, was wir zum Lebensunterhalt brauchen. Gott aber will, dass wir bitten, damit er aus seiner Fülle geben kann.
Und vergib uns unsere Schuld….
Nicht umsonst schließt sich an die Bitte um das tägliche Brot die Bitte um Vergebung an. Unsere größte Schuld hängt ja eng damit zusammen, dass wir meinen, alles ohne Gott tun zu müssen und ihn dadurch abhängen. Ein weiterer Gedanke ist, dass es uns schwerfällt, anderen und auch uns selbst zu vergeben, obwohl Gott uns seine Vergebung gewährt.
Und führe uns nicht in Versuchung
Versuchung ist alles, was versucht, uns von Gott wegzubringen. Das können auch Gedanken sein wie „ich tauge ja nichts“, „ich bin nicht gewollt“, „ich bin nicht wichtig“, „ich bin zu kurz gekommen“. Wir nehmen durch solche Aussagen Gottes Zusage nicht ernst, dass wir seine geliebten Kinder sind. Dadurch entfernen wir uns immer mehr aus seinem Machtbereich.
Sondern erlöse uns von dem Bösen
Vater, löse und erlöse uns von allem, was uns davon abhält, zu dir zu gehören.

Bei dieser letzten Bitte können wir nochmals Rückschau halten auf die Gedanken, die uns bei den ersten 6 Bitten gekommen sind. Jeder dieser Bitten liegt eine Bitte um Befreiung von negativen Gedanken zugrunde, die unsere Beziehung zum Vater stören. Wir können deshalb in Anlehnung an die Bitten des Vaterunser so beten:
Abba lieber Vater,
Löse mich von meiner tiefliegenden Unklarheit und stelle mich in deine Klarheit.
Löse mich von meinem menschlichen Unvermögen; gib dein Vermögen.
Löse mich von meinem festsitzenden Eigenwillen; lege mich in deinen Willen.
Löse mich aus meinen angstmachenden Sorgen; nimm mich ganz in deine Fürsorge.
Löse mich von meiner ichbehafteten Selbstbeschuldigung; halte mich durch deinen Freispruch.
Löse mich von meiner Selbstgerechtigkeit; sprich in mich deine Gerechtigkeit.
Löse mich aus meinen Selbsterlösungsversuchen und schaffe in mir Zugang zu deinen erlösenden Wegen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 

Der Zusatz „Denn dein ist das Reich…“ wurde erst in späteren Jahrhunderten zum Vaterunser hinzugefügt. Mit dieser Aussage soll Gott gelobt und verherrlicht werden. Wir dürfen uns freuen, zu so einem großen und mächtigen Gott gehören zu dürfen, ja seine geliebten Kinder zu sein!

Wie jedes Mal haben auch in diesem Jahr zahlreiche schön gestaltete Bodenbilder die Auslegungen verdeutlicht. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Referentinnen für die viele Mühe.

(Hannelore Staudinger)